Schwierige Mitarbeiter bringen Pfeffer in die Bude!
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7. Juli 2017

Als Praxisinhaber kennst Du das vermutlich: Die Querköpfe, Besserwisser und Drückeberger im Team haben mal wieder zugeschlagen und das Praxisteam ordentlich aufgemischt. Der Zusammenhalt des Praxisteams ist gefährdet und Du als Führungskraft bist gefordert. Jetzt ist Einfühlungsvermögen von Dir gefordert, damit diese Energien positiv für Deine Physiotherapie-Praxis genutzt werden können.

“Schwierige Mitarbeiter” bringen Bewegung in den Laden

Erst einmal sollte Dir klar sein, dass Du nicht alleine bist. In jedem Team gibt es diese Typen, die das Arbeiten miteinander schwer machen. Da ist es gut wenn Du weißt, wie man mit ihnen umgehen sollte. Schwierige Mitarbeiter sind nämlich oftmals ziemlich wichtig dafür, dass der ganze Laden in Bewegung bleibt und nicht einschläft. Es ist nämlich in vielen Studien zum Thema Gruppendynamik festgestellt worden, dass eine zu große Einigkeit und Harmonie in einem Team lähmen kann.

Habe Mut zur Verschiedenartigkeit Deiner Mitarbeiter

Für jedes Praxisteam ist es wichtig, dass es Ideengeber und Kreative gibt, die einige Dinge auch mal ganz anders sehen als der Rest der Truppe. Auch bodenständige Realisten, kleinliche Genauigkeitsfanatiker und Rechthaber haben ihre Daseinsberechtigung, wenn es darum geht, die Praxis weiterzuentwickeln. Somit ist also vom Praxisinhaber Mut zur Verschiedenartigkeit gefordert, will er die Potenziale aller Mitarbeiter für den Erfolg der Physiotherapie-Praxis nutzen. In der Mitarbeiterführung kommt es darauf an, den gefährlichen Aufwiegler vom konstruktiven Meckerkönig abzugrenzen. Dies gelingt mit persönlicher Beobachtung und aufmerksamem Zuhören, wenn sich wieder einmal ein Mitarbeiter über irgendwen oder irgendetwas auslässt oder wenn es auf einem Meeting hoch hergeht.

Folgende Punkte helfen Dir in Konfliktsituationen weiter:

1. Erkenne den Wert von Konflikten für die Teamdynamik

Faire Auseinandersetzungen stärken Dein Team und helfen dabei, anstehende Aufgaben lösungsorientiert bewältigen zu können. Wenn das Team gelernt hat, dass nach heftigen Diskussionen und Argumentationen eine Einigung erzielt werden muss und kann, schafft das Vertrauen in die Kompromissfähigkeit und fördert den Respekt untereinander.

2. Halte Konflikte aus

Es ist für Dich als Führungskraft wichtig, heftige Diskussionen auszuhalten, auch wenn die Emotionen einmal hochschäumen und die Aggression im Raum mit Händen zu greifen ist. Widerstehe dem Impuls, die Auseinandersetzung der beteiligten Mitarbeiter zu früh zu stoppen. Unausgegorene Kompromisse und Einigungen nur des lieben Friedens willen sind der Acker für die nächsten Konflikte. Wenn Du in Konfliktsituationen etwas mehr Zeit investierst, gewinnst Du langfristig Zeit und Energie, weil Dein Praxisteam lernt, Konflikte umfassend auszutragen und effizienter zusammen zu arbeiten. Damit hast Du eine höhere Chance, dass schwierige Mitarbeiter in Dein Praxisteam integriert werden.

3. Unterbinde Diskussionen, die nichts zur Sache beitragen

Denke immer daran, dass es in betrieblich bedingten Diskussionen um Themen gehen sollte, die mit den Aufgaben und Herausforderungen einer Physiotherapie-Praxis zu tun haben sollten. Die persönlichen Befindlichkeiten der am Konflikt beteiligten sollten die eigentlichen Sachthemen nicht verdrängen. Auch wenn die Verletzbarkeit einzelner deutlich hervortreten sollte, ist es für Dich als Führungskraft wichtig zu erkennen, dass psychologische Analysemethoden nicht an den Arbeitsplatz gehören, sondern der Betreuung eines Psychologen bedürfen. Deswegen sollten auch in Konfliktsituationen nur solche Dinge im Mittelpunkt stehen, die ausschließlich mit dem Job zu tun haben. Anderes ist Privatsache Deiner Mitarbeiter und gehört dementsprechend nicht in eine betriebliche Diskussion.

4. Nicht jeder Mitarbeiter ist Deinen Anforderungen gewachsen

Wenn Du als verantwortungsbewusster Praxisinhaber klar formuliert hast, welche Anforderungen Du an die jeweiligen Mitarbeiterpositionen stellst, dann solltest Du darauf achten, dass diese auch erfüllt werden. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist selbstverständlich, aber danach solltest Du nicht versuchen, einen Mitarbeiter zu ändern oder zu erziehen. Erfahrungsgemäß ist das nicht möglich. Mit dieser Einstellung hast Du ein wichtiges Beurteilungskriterium in der Hand: Wenn Dein schwieriger Mitarbeiter Deinen Anforderungen an seine Arbeitsstelle genügt, solltest Du seine schwierigen Persönlichkeitsmerkmale als konstruktive Bereicherung des Praxisteams nutzen. Wenn er Deinen Anforderungen an die Arbeitsstelle nicht genügt, solltest Du darüber nachdenken, einen anderen Mitarbeiter für seine Stelle zu finden.

Stelle Dein Team aus unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren zusammen

Zuviel Harmonie und Einigkeit birgt auf lange Sicht die Gefahr der Bequemlichkeit und Unflexibilität. Dadurch sind homogene Praxisteams davon bedroht auch dann noch träge auf eingefahrenen Gleisen zu tuckern, wenn längst klar ist, dass die Richtung geändert werden muss. Deswegen solltest Du Dein Team so zusammenstellen, dass unterschiedliche Charaktere und Persönlichkeiten vertreten sind. Das hat den Preis, Konflikte aushalten und managen zu können, bringt jedoch eine gute Teamdynamik in Deine Praxis. Wenn Du die zu nutzen weißt, wirkt sich das stark auf den Praxiserfolg aus.

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