"PKV & GKV Heilmittelversorgung"- Ein Vergleich des WIP
Schaubild einer Studie per Balkendiagramm
9. Januar 2015

Das Wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherungen (WIP) hat auf seiner Internetseite eine Studie der Autorin Verena Finkenstädt veröffentlicht. In dieser Studie stellt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des WIP die unterschiedlichen Verordnungsbedingungen und die Ausgaben für Heilmittel in der PKV und in der GKV gegenüber. Ihrer Meinung nach kommen insbesondere in der Heilmittelversorgung die Sytemunterschiede zwischen PKV und GKV deutlich zum tragen.

In der Studie wird herausgearbeitet, dass die PKV-Kassen zweienhalb mal soviel für Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und weitere Heilmittel ausgeben, als das die GKV´s bei diesen Versicherten tun würden. Im statistischen Mittel werden dadurch rein kakulatorisch durchschnittlich 13.300,- € pro Praxis Mehrumsatz generiert.

Tolles Material zur Erklärung der Systemunterschiede bezüglich der Heilmittelversorgung

In der Studie ist neben vielen sehr interessanten Informationen eine interessante Vergleichstabelle zu sehen die zeigt, wie unterschiedlich die Begrenzungen der Heilmittelverordnungen in GKV und PKV sind. Tolles Material, um seinen Mitarbeitern einmal den Unterschied zwischen den Systemen zu erklären.

GKV-Sytem hat massive Auswirkungen auf Verordnungsverhalten von Physiotherapie

Ebenfalls wird in der Studie sehr deutlich herausgearbeitet, dass das System der Leistungsausschlüsse, Leistungseinschränkungen und der Richtgrößen massiv auf das Verordungsverhalten der Ärzte einwirkt. Es wird deutlich, dass GKV-Patienten eine geringere und weniger individuelle Versorgung mit Heilmitteln erhalten als PKV-Patienten. Bei gleichen Indikationen hätten die GKV´s im Verhältnis zu den PKV´s im Jahr 2013 nur 39,74% der Kosten für Heilmittel übernommen. Anders ausgedrückt: Wenn die Private Krankenversicherung bereit ist für ihre Versicherten z. Bsp. 100,- € zu investieren, ist die gesetzliche Krankenversicherung nur dazu bereit 39,74 € zu investieren. Braucht man noch mehr Argumente, wieso ein relativ hoher Privatpatientenanteil, gerade bei kleineren Physiotherapie-Praxen, existenziell notwendig ist?

Fragen, die sich Physiotherapie-Praxisinhabern stellen

Für Dich als Praxisinhaber sollte deutlich werden, wie wichtig das Privatpatientenklientel für ihren wirtschaftlichen Praxiserfolg ist. Was tust Du dafür, dass Du an Deinem Standort einen relativ großen Marktanteil davon bekommen? Hast Du genügend Gründe, wieso ein Privatpatient Deine Praxis besuchen sollte?

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